Wenn der Schmerz einschießt: Die 5 Maßnahmen zur Soforthilfe gegen Kreuzschmerzen

Die Wärme verbessert die Durchblutung und entspannt die Muskeln, beides kann gerade bei plötzlich einsetzenden Schmerzen aber auch bisweilen bei chronischen Schmerzen helfen.

Kreuzschmerzen kannst du mit einfachen Maßnahmen lindern.

Oft hilft es schon, sich einige Tatsachen über Rückenschmerzen zu vergegenwärtigen

Rückenschmerzen haben in der Regel keine bedrohliche Ursache- insbesondere wenn keine Warnsignale wie für gefährliche Verläufe (sogenannte red-flags) vorliegen. [1]
Viel häufiger als behandlungsbedürftige Ursachen liegen Kreuzschmerzen beispielsweise Überlastung, eine ungünstige Bewegung oder auch einfach Stress zu Grunde.

Die Chancen, dass ein abermaliger Schub von Rückenschmerzen sich von selbst zurückbildet sind sehr gut. [2]
Für viele Menschen gehören Rückenschmerzen, die kommen und gehen, so zum Leben dazu wie beispielsweise Erkältungen, die zwar unangenehm sind aber auch wieder von selbst vergehen.

Wärme tut bei akuten Schmerzen oft gut

Wärmetherapie kann als einer der ersten Schritte bei einer Schmerzattacke rasch Linderung verschaffen.

Die Wärme verbessert die Durchblutung und entspannt die Muskeln, beides kann gerade bei plötzlich einsetzenden Schmerzen aber auch bisweilen bei chronischen Schmerzen helfen. [3]
Zu Hause können beispielsweise ein Wärmebad oder ein Wärmekissen schnell Abhilfe schaffenAuch für Unterwegs gibt es mit Wärmecremes oder Wärmepflastern Möglichkeiten, die Kreuzgegend angenehm warm zu halten. [4]

Wenn sich aber die Schmerzen durch Wärme verschlechtern, solltest Du das umgehend einem Arzt mitteilen, es könnte sich beispielsweise eine Entzündung hinter den Schmerzen verstecken!

Die richtige Position finden: Oft hilft die Stufenlagerung

Viele Menschen empfinden bei plötzlich einsetzenden Kreuzschmerzen die sogenannte Stufenlagerung als angenehm. [8]

Bei der Stufenlagerung werden in Rückenlage die Beine auf eine Unterlage gelegt.
Der Untergrund sollte möglichst warm und weich sein.

Die Unterlage sollte so hoch sein und so nahe am Körper stehen, dass zwischen dem Rücken und den Oberschenkeln und auch zwischen den Oberschenkeln und den Unterschenkeln zweimal ein rechter Winkel besteht.

Als Unterlage kannst Du Kissen oder einen Hocker verwenden- oder wenn die Schmerzen gerade nicht so akut sind auch einen Pezziball.

Fühlt sich das Liegen auf dem Rücken unangenehm an, kannst Du genau die selbe Position auf der Seite liegend einnehmen- die sogenannte Embryonalhaltung.

Medikamente können kurzzeitig helfen, heilen aber keine Rückenschmerzen

Viele Menschen helfen sich bei einem akuten Anfall von Rückenschmerzen, indem sie (meistens verschreibungsfreie) Medikamente einnehmen.

In den meisten Ländern sind einige Schmerzmittel ohne Rezept in Apotheken erhältlich. Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch diese Medikamente durchaus ernstzunehmende Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben.

Daher sollte die Einnahme auch rezeptfreier Arzneimittel aufgrund von Rückenschmerzen nicht auf die leichte Schulter genommen werden und so kurz gehalten werden wie möglich. Im Idealfall wird die Einnahme durch Arzt oder Apotheker begleitet.

Zu dieser Gruppe von Medikamenten gehören gut bekannte Schmerzmittel wie Ibuprofen, Aspirin oder auch Voltaren (Diclofenac). Sie haben alle eine ähnliche schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung. [4]

Bei Rückenschmerzen wirken sie in der Tat zumindest kurzfristig oft schmerzlindernd und bessern die Beweglichkeit  und stellen daher, wenn keine medizinischen Gründe gegen ihre Einnahme sprechen, oft die Medikamente der ersten Wahl dar. [5]

Allerdings sollten sie wegen Ihrer zum Teil bedenklichen Nebenwirkungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts oder auch der Nieren nur so kurz wie nötig eingenommen werden- und die Einnahme dieser Medikamente ärztlich begleitet werden. [6]

Gegebenenfalls können gegen manche der Nebenwirkungen auch schützende Maßnahmen ergriffen werden, wie beispielsweise die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten, welche die Magensäureproduktion unterdrücken. Diese Mittel können die Nebenwirkungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts reduzieren. [7]

Traditionell nimmt auch Paracetamol in der Schmerztherapie bei Rückenschmerzen einen gewissen Stellenwert ein, zumal es sich um ein gut bekanntes und rezeptfrei erhältliches Medikament handelt.

Weil Paracetamol aber bestenfalls eine schwache Wirkung gegen Rückenschmerzen aufweist und neue Untersuchungen auf teilweise gravierende Nebenwirkungen hinweisen, ist die Einnahme von Paracetamol umstritten.

Daher empfehlen auch neue Leitlinien nicht mehr, Rückenschmerzen mit Paracetamol zu behandeln. [1]

Wichtig aber ist es, folgendes zu beachten: Medikamente „heilen“ Rückenschmerzen nicht, sie sollen vielmehr helfen, wieder in Bewegung zu kommen. [4]

Zu lange Schonung ist meistens schlecht für die Beschwerden, deshalb ist die Rückkehr zur Bewegung wichtig

Ohne Zweifel können beispielsweise Wärmetherapie, kurzzeitige Einnahme von Schmerzmitteln oder eine kurze Ruhephase Dir erstmals über den Anfang einer Schmerzattacke hinweg helfen.

Was aber tun, wenn die Schmerzen gebessert sind?

Experten sind sich einig: Sobald es irgendwie geht, solltest Du von der Ruhephase wieder zur Bewegung zurückfinden. [9]

Das sagt sich natürlich leicht- aber wenn Du diesen Schritt schaffst, ist das in der Regel schon ein großer Schritt in Richtung der Besserung.

Vorsichtige Dehnübungen, auch sanfte Kräftigungsübungen können helfen.

Du fühlst Dich nach frischer Luft? Alleine ein paar Schritte an der frischen Luft zu gehen, kann einen Einschnitt in Richtung Besserung bedeuten!

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