COPD: Die 3 wichtigsten Säulen einer wirksamen Therapie

Worauf kommt es bei der Behandlung von COPD an? Wir fassen die drei wichtigsten Elemente einer wirksamen Therapie zusammen.

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Illustration multimodale Therapie bei COPD

Die Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine weitverbreitete Atemwegserkrankung, die zu Atemnot und Husten führt, wodurch die Lebensqualität stark beeinträchtigt werden kann. Eine bewährte und effektive Behandlungsoption für COPD-Patient:innen ist die pneumologische Rehabilitation. Diese Rehabilitation basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der darauf abzielt, Patient:innen effektive Methoden an die Hand zu geben, mit denen sie ihre Lebensqualität verbessern können.

In diesem Artikel erforschen wir, warum ein ganzheitlicher Ansatz der wirksamste Weg ist, COPD-Symptome zu lindern und aktiver zu werden.

Säulen der pneumologischen Rehabilitation

Die pneumologische Rehabilitation ist eine interdisziplinäre Behandlung für Menschen mit COPD, die meist stationär angeboten wird, um den physischen und psychischen Gesundheitszustand der Patient:innen nachhaltig zu verbessern. An der Behandlung sind Lungenfachärzt:innen, Physiotherapeut:innen sowie Psycholog:innen und anderes Fachpersonal beteiligt. Gemeinsam erstellen sie einen Behandlungsplan, der individuell an die Patient:innen angepasst wird und gesundheitsfördernde Verhaltensweisen vermitteln soll.1

Die Reha besteht aus mehreren Kernelementen, die gemeinsam eine Steigerung der körperlichen Fitness, eine bessere Bewältigung von Alltagsaktivitäten und eine Reduzierung von Krankheitsschüben (die sogenannten Exazerbationen) erzielen sollen.

Wir stellen die wichtigsten Säulen der Therapie vor.

  1. Säule: Bewegungstherapie

Eine Studie von Dr. Benjamin Waschki, Pneumologe an der LungenClinic Grosshansdorf und Kollegen zeigt, dass sich im Verlauf einer COPD die körperliche Aktivität Jahr für Jahr verschlechtert. So gingen die teilnehmenden Patient:innen im Schnitt jedes Jahr pro Tag 400 Schritte weniger. Die Folge: Nicht nur die Muskelmasse, sondern auch die Lebensqualität und der allgemeine Gesundheitszustand der Patient:innen nahmen drastisch ab.3 Die Studie macht deutlich, wie wichtig tägliche Bewegung ist, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Durch gezielte körperliche Aktivität wird die körperliche Belastbarkeit gesteigert und die gesamte Muskulatur gestärkt. Von der erhöhten Atemfrequenz bei der Bewegung profitiert auch die Atemmuskulatur. Deshalb ist Bewegungstherapie ein zentrales Element in der Behandlung von COPD, sowohl in der Reha als auch im Alltag der Patient:innen.

2. Säule: Atemtherapie

Die Atemtherapie und auch Atemphysiotherapie spielen eine Schlüsselrolle bei der Behandlung von COPD sowie anderen Erkrankungen der Lunge. Dabei erlernen die Patient:innen spezielle Atemtechniken, die ihnen helfen, ihre Atmung zu kontrollieren und zu optimieren. Ziel ist es, die Atemeffizienz zu verbessern und Atemnot zu reduzieren.4 Atemübungen können auch dazu beitragen, dass sich überschüssiges Sekret leichter löst. Dadurch wird der Hustenreiz, ein typisches Symptom von COPD, gelindert.

3. Säule: Edukation

Die Patientenedukation ist ein unverzichtbarer Teil der pneumologischen Rehabilitation. Hier werden COPD Patient:innen und ihre Angehörigen über die Krankheit, ihre Symptome, den Umgang mit Auslösern und die Medikamenteneinnahme informiert. Das Verständnis der Erkrankung und die Vermittlung von Selbstmanagement-Kompetenzen helfen Patient:innen, ihre COPD besser zu bewältigen und ihren Alltag eigenständiger zu gestalten. Auch Themen wie Ernährung, Rauchentwöhnung und Stressbewältigung können in der Patientenedukation behandelt werden, da sie einen erheblichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben.

Fazit

Das sind die Gründe, warum die drei Kernelemente der pneumologischen Rehabilitation – Bewegungstherapie, Atemtherapie und Patientenedukation – von entscheidender Bedeutung sind:

  • Multimodaler Ansatz: COPD ist eine komplexe Erkrankung, die viele Aspekte des Lebens beeinflusst. Ein multimodaler Ansatz, der Bewegung, Atemtherapie und Aufklärung kombiniert, ermöglicht es, die verschiedenen Facetten der Erkrankung anzugehen und ganzheitlich zu behandeln.
  • Erhalt der Lungenfunktion: Bewegungstherapie und Atemtherapie tragen dazu bei, die Lungenkapazität zu erhalten und effizienter zu atmen. Dadurch wird die Belastbarkeit verbessert und die Muskulatur gestärkt – wesentliche Faktoren, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.
  • Selbstmanagement: Die Patientenedukation befähigt COPD Patient:innen, ihre Erkrankung eigenverantwortlich zu managen. Sie lernen, frühzeitig auf Symptome zu reagieren und aktiv mit ihnen umzugehen, was dazu beiträgt, Exazerbationen zu vermeiden und die Krankheit besser zu bewältigen.5
  • Steigerung der Lebensqualität: Die pneumologische Rehabilitation trägt dazu bei, die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern. Durch die Stärkung von Körper und Geist werden sie befähigt, ihren Alltag aktiver zu gestalten und sich wohler zu fühlen.

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Quellen

1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8103139/

2. Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD). (2021). Global Strategy for the Diagnosis, Management, and Prevention of COPD.

3. https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/sport-und-bewegung-helfen-die-abwartsspirale-bei-copd-zu-durchbrechen-2137.php 

4. Deutsche Atemwegsliga e.V. (2021). Nationale VersorgungsLeitlinie COPD – Langfassung, 3. Auflage.

5. Vogelmeier, C. F., et al. (2017). S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD). Pneumologie, 71(05), 1-74.

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